Viele Saxophonisten sind Suchende. Lebenslänglich auf der Suche nach dem optimalen Horn, dem Mundstück, dem Blatt, dem Set-up, welches die optimale Ansprache, Intonation und Klangfarbe bietet. Einen großen Einfluss auf alle genannten Parameter hat bekanntlich auch der S-Bogen des Saxophons. Falls man sich von seinem Lieblingsinstrument nicht mehr trennen möchte, gibt es die Möglichkeit, dessen Spieleigenschaften mit verschiedenen S-Bögen zu verändern.

Der erste Hersteller, der diesen Markt erkannte, war die japanische Firma Yanagisawa, die schon seit fast zwanzig Jahren unterschiedliche Austauschbögen für ihre Saxophone im Programm hatte. Mittlerweile bietet jeder größere Hersteller Alternativ-Bögen an.

Ich begann meine Ausbildung bei Julius Keilwerth in Nauheim (Saxophonbau) und führe seit 1998 meinen eigenen Meisterbetrieb. Während meiner Tätigkeit bei Wilhelm Heckel lernte ich die Wichtigkeit des S-Bogens beim Fagott kennen. Aufgrund dieses Wissens beschäftigte ich mich mit der Entwicklung meiner Saxophon S-Bögen. Dank meiner freundschaftlichen Kontakte zu Profi-Saxophonisten konnte ich meine S-Bögen von bekannten Musikern testen lassen und die daraus gewonnenen Erkenntnisse verwerten.

Seit 1993 stelle ich unterschiedliche Baureihen von handgefertigten S-Bögen für Saxophone her, die bei Profi-Saxophonisten auf große Resonanz stoßen.

Das traditionelle Verfahren der Herstellung des S-Bogens:
Ein passend zugeschnittenes Stück Messingblech wird gerundet und die Kanten hart verlötet. Danach wird der Rohling auf einen Dorn gezogen, wobei er seinen charakteristischen Mensurverlauf erhält. Dann wird er mit Blei ausgegossen und nach Erkalten des Bleis in seine S-Form gebogen. Anschließend wird er verhämmert, geschliffen und poliert, bevor das Blei wieder ausgeschmolzen wird. Das bei Saxophonfabriken heute übliche Verfahren ist die Verwendung eines nahtlosen zylindrischen Rohr-Rohlings, der in einer Form unter hohem Druck hydraulisch „aufgeblasen“ wird und so seine endgültige Form erhält. Auf diese Weise hat das fertige Rohr an seinem weiten Ende eine wesentlich geringere Wandstärke als an dem schmalen Mundstückende.

Ich arbeite nach der arbeitsintensiveren traditionellen Methode, die die Profis unter den Saxophonisten als die Überlegene ansehen. Um allen unterschiedlichen Vorstellungen gerecht zu werden, verwende ich drei unterschiedliche Konusbohrungen (Nr. 4, 5 und 6) und unterschiedliche Metalle: Kupfer, Messing, Tombak, Sterling Silber und Neusilber.

Die alte deutsche Bezeichnung „Tombak“ ist gleichbedeutend mit „Goldmessing“: Es handelt sich um Messing mit höherem Kupferanteil. Man kann zwischen „dünnwandig“, „dickwandig“ und unterschiedlichem Finish wählen: unlackiert, lackiert und versilbert. Schließlich gibt es zwei verschiedene Krümmungen, neben der den Selmer Bögen angenäherten „normalen Biegung“ gibt es eine so genannte „flache Biegung“. Wobei das Kinn so weniger zum Brustkorb geneigt wird und der Kehlkopf dadurch offener ist.

Durch mein Wissen über das persönlich verschiedene Spielverhalten mit unterschiedlicher Intonation biete ich daher Bögen an, die im oberen Register tiefer oder höher intonieren.

Es gibt so viele individuelle Unterschiede hinsichtlich Ansatz, Mundstücke und Blätter, dass es sich empfiehlt, im direkten Kontakt mit mir seinen speziellen Bogen auszusuchen, angefangen mit dem richtigen Zapfendurchmesser über Material, Wandstärke, Länge und Intonationsverhalten im hohen Register.